Ein Post-Mortem fragt nach dem Ende, was schiefging. Das Pre-Mortem stellt dieselbe Frage zu Beginn, solange man noch gegensteuern kann.
- Wofür
- Verborgene Risiken finden und vorbeugen
- Wann
- Zum Projektstart oder vor großen Entscheidungen
- Wer
- Das Projektteam, möglichst gemischt
- Ergebnis
- Mögliche Gründe für ein Scheitern mit Gegenmaßnahmen
Was ist ein Pre-Mortem?
Der Psychologe Gary Klein hat die Methode bekannt gemacht. Die Idee ist ein kleiner Perspektivwechsel:
- Die Frage „Was könnte schiefgehen?“ erzeugt oft Zurückhaltung. Niemand will als Bedenkenträger gelten.
- Die Frage „Es ist schiefgegangen. Warum?“ macht Bedenken zur Aufgabe. Jetzt ist es erwünscht, Gründe zu finden.
So kommen auch Risiken zur Sprache, die im normalen Optimismus eines Projektstarts untergehen.
Schritt für Schritt
- Scheitern beschreiben. Konkret, mit Datum: „Es ist Dezember. Der Go-Live ist geplatzt, das Budget überzogen.“
- Still Gründe sammeln. Jede Person schreibt fünf bis zehn Minuten für sich auf, warum es gescheitert ist.
- Reihum vorlesen. Alle Gründe sammeln, noch ohne Diskussion.
- Wichtigste Gründe auswählen. Welche sind wahrscheinlich und folgenreich?
- Gegenmaßnahmen festlegen. Für jeden wichtigen Grund eine Maßnahme mit verantwortlicher Person.
- Ins Risiko-Register übernehmen. Damit die Risiken im Projekt weiter beobachtet werden.
Beispiel: Website-Relaunch
Zum Start stellt sich das Team vor: Es ist Dezember 2026, der Relaunch ist gescheitert. Im Bild oben stehen die Gründe und die Gegenmaßnahmen:
- Texte kamen zu spät: Textlieferung als Meilenstein mit Frist.
- Freigaben blieben liegen: Freigabefrist von drei Werktagen vereinbaren.
- Hosting-Wechsel kollidierte: Termin früh mit der IT der Stadtwerke klären.
- Barrierefreiheit fiel durch: ab dem ersten Entwurf testen.
Die wichtigsten Gründe bewertet das Team anschließend in der Risikomatrix.
Typische Fehler
- Vages Szenario. „Es lief nicht gut“ bringt wenig. Ein konkretes Scheitern bringt konkrete Gründe.
- Sofort diskutieren. Erst sammeln, dann bewerten. Sonst setzen sich die Lautesten durch.
- Nur die Projektleitung redet. Die wertvollsten Hinweise kommen oft aus dem Team.
- Keine Maßnahmen. Ohne Gegenmaßnahmen bleibt es eine düstere Übung.
- Schuld verteilen. Es geht um Bedingungen, nicht um Personen.
Pre-Mortem in Tasktopus AI
- Am Projekt ausfüllen: ein Feld „Angenommenes Scheitern“, dazu die Listen „Mögliche Gründe“ und „Gegenmaßnahmen“.
- ✨ Tako füllt vor: Ist das Szenario leer, setzt Tasktopus AI einen Vorschlag ein. Dazu ergänzt es Gründe aus dem Projekt, jeweils mit Gegenmaßnahme. Quellen sind überfällige Aufgaben und Meilensteine, Blockaden, Aufgaben ohne Zuständige, Überlastung und Budget. Das passiert regelbasiert aus den Projektdaten, ohne Sprachmodell. Gespeichert wird erst, wenn du speicherst.
- Als Risiko übernehmen: Die möglichen Gründe übernimmst du per Auswahl ins Risiko-Register des Projekts, mit Stufe „hoch“. Die Stufe kannst du vorher ändern.
- Vorgeschlagen, wenn es eng wird: Ist ein Projekt als gefährdet markiert, steht das Pre-Mortem in der Methoden-Auswahl oben unter „Passt jetzt zum Projekt“.
- Tarif: ab Pro. Im 14-Tage-Test ist es enthalten.
Pre-Mortem am Projekt ausprobieren
Ab Pro, im 14-Tage-Test kostenlos enthalten. Keine Kreditkarte, keine Installation.
Kostenlos startenHäufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Pre-Mortem und Post-Mortem?
Ein Post-Mortem untersucht nach dem Ende, was schiefging. Ein Pre-Mortem nimmt das Scheitern zu Beginn an, damit man noch gegensteuern kann.
Was ist der Unterschied zur Risikomatrix?
Das Pre-Mortem findet Risiken, auch unbequeme. Die Risikomatrix bewertet sie nach Wahrscheinlichkeit und Auswirkung. Beides zusammen ergibt ein gutes Risikomanagement.
Wie lange dauert ein Pre-Mortem?
Meist 45 bis 60 Minuten. Der wichtigste Teil sind die zehn Minuten, in denen alle still für sich Gründe aufschreiben.
Ist das Pre-Mortem im kostenlosen Starter enthalten?
Nein, es gehört zu den Pro-Methoden. Im 14-Tage-Test kannst du alle 102 Methoden kostenlos ausprobieren, auch das Pre-Mortem.