Wenn ein Projekt hakt, ist die erste Erklärung selten die ganze Wahrheit. Das Ishikawa-Diagramm sorgt dafür, dass ihr in alle Richtungen schaut, bevor ihr Maßnahmen beschließt.
- Wofür
- Ursachen eines konkreten Problems finden
- Wann
- Wenn ein Problem auftritt oder immer wiederkehrt, auch in Retrospektiven
- Wer
- Eine moderierende Person und drei bis acht Leute, die das Problem kennen
- Ergebnis
- Geordnete Ursachen und die wahrscheinlichsten Hauptursachen
Was ist ein Ishikawa-Diagramm?
Das Diagramm geht auf den japanischen Qualitätsexperten Kaoru Ishikawa zurück. Es sieht aus wie ein Fischskelett: Am Kopf steht das Problem, also die Wirkung. Die Gräten sind Kategorien, an denen mögliche Ursachen hängen.
Als Kategorien haben sich die 6M bewährt:
- Mensch: Wissen, Erfahrung, Verfügbarkeit, Abstimmung.
- Methode: Abläufe, Regeln, Freigaben.
- Material: Zulieferungen, Inhalte, Daten.
- Maschine: Technik, Werkzeuge, Systeme.
- Milieu: das Umfeld, also Kunde, Markt, äußere Einflüsse.
- Management: Prioritäten, Ressourcen, Entscheidungen.
In manchen Quellen steht statt Management die Messung als sechstes M. Die Kategorien sind ein Startpunkt, kein Gesetz. Passt eine nicht, lasst sie weg.
Schritt für Schritt
- Problem genau beschreiben. „Go-Live verzögert sich um drei Wochen“ statt „Projekt läuft schlecht“. Das Problem steht im Kopf des Fisches.
- Kategorien festlegen. Die 6M als Gräten nehmen und bei Bedarf anpassen.
- Ursachen sammeln. Je Kategorie mögliche Ursachen notieren. Erst sammeln, noch nicht bewerten.
- Tiefer fragen. Zu jeder Ursache fragen: Warum ist das so? Dabei entstehen Nebenursachen, die oft näher an der Lösung liegen. Für eine einzelne Ursache eignet sich auch die 5-Why-Methode.
- Hauptursachen auswählen. Gemeinsam bewerten, etwa mit Punkten, und die Vermutungen wo möglich mit Daten prüfen.
- Maßnahmen ableiten. Für die Hauptursachen Maßnahmen mit Verantwortlichen und Termin festlegen.
Beispiel: Website-Relaunch
Der Go-Live droht sich zu verzögern. Das Team sammelt Ursachen (siehe Bild oben): Die Ansprechpartnerin beim Kunden ist im Urlaub (Mensch). Freigaben haben keine festen Fristen (Methode). Texte und Bilder fehlen (Material). Das Testsystem ist sehr langsam (Maschine). Der Kunde wechselt parallel das Hosting (Milieu). Prioritäten ändern sich kurzfristig (Management).
Bei der Bewertung landen die Freigaben und die fehlenden Texte vorn, weil sie sich gegenseitig verstärken. Die Maßnahmen: eine Freigabefrist von drei Werktagen, eine Vertretung für die Urlaubszeit und die Textlieferung als eigener Meilenstein.
Typische Fehler
- Unklares Problem. Ist der Kopf des Fisches vage, werden es die Ursachen auch.
- Lösungen statt Ursachen. „Mehr Personal“ ist eine Idee für später, keine Ursache.
- Schuldige suchen. Die Kategorie „Mensch“ fragt nach Bedingungen, nicht nach Fehlern einzelner Personen. Sonst redet bald niemand mehr offen.
- Vermutungen nicht prüfen. Was plausibel klingt, muss nicht stimmen.
- Jede Kategorie füllen müssen. Eine leere Gräte ist auch eine Erkenntnis.
Ishikawa-Diagramm in Tasktopus AI
- Am Projekt ausfüllen: ein Feld für Problem und Wirkung, dazu sechs Listen für Mensch, Methode, Material, Maschine, Milieu und Management.
- Als Fischgräte drucken: Die Ansicht „Blatt“ zeichnet das Diagramm mit dem Problem als Kopf und den Kategorien oben und unten. Mit Zoom und Drucken.
- Schnell gefunden: In der Methoden-Auswahl findest du die Methode unter „Analyse“ oder über die Suche, zum Beispiel mit „Fishbone“.
- Von der Ursache zur Aufgabe: Die beschlossenen Maßnahmen legst du als Aufgaben im Projekt an, mit Verantwortlichen und Termin.
- Tarif: ab Pro. Im 14-Tage-Test ist die Methode enthalten.
Ishikawa-Diagramm am Projekt ausprobieren
Ab Pro, im 14-Tage-Test kostenlos enthalten. Keine Kreditkarte, keine Installation.
Kostenlos startenHäufige Fragen
Wofür stehen die 6M?
Für Mensch, Methode, Material, Maschine, Milieu und Management. In manchen Quellen ersetzt die Messung das Management. Für Projekte und Büroprozesse passen die Kategorien gut, für die Produktion gibt es weitere Varianten.
Was ist der Unterschied zwischen Ishikawa und 5-Why?
Das Ishikawa-Diagramm sucht breit nach vielen möglichen Ursachen. Die 5-Why-Methode geht bei einer einzelnen Ursache in die Tiefe. Gut kombiniert: erst breit sammeln, dann die wichtigsten Ursachen mit fünfmal „Warum?“ verfolgen.
Funktioniert das Ishikawa-Diagramm auch außerhalb der Produktion?
Ja. Entstanden ist es im Qualitätsmanagement. Die Frage nach Ursachen stellt sich aber in jedem Projekt, im Service und in der Verwaltung.
Ist das Ishikawa-Diagramm im kostenlosen Starter enthalten?
Nein, es gehört zu den Pro-Methoden. Im 14-Tage-Test kannst du alle 102 Methoden kostenlos nutzen, auch das Ishikawa-Diagramm.